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Fitness mit einem Clown

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Ein Höhepunkt an den Thurgauer Theater Tagen war bestimmt das neue Programm «Foolposition» von Olli Hauenstein, in dem der bekannte Clown zum vielseitigen Sportler wird.

Der international bekannte Clown Olli Hauenstein hat sich vor ein paar Jahren in Sommeri niedergelassen, in dessen Ruhe er gern zurückkehrt nach seinen Tourneen durch Europa und auf anderen Kontinenten. Hier erarbeitet er sich seine Programme und erprobt dann seine neuen Nummern zuerst einmal in der Region. So wie jetzt auch sein neues Stück «Foolposition». Wenn es ihm gelingt, die nüchternen Thurgauer Leute aus ihrer Reserve zu locken, dann kann ihm auch an anderen Orten der Lacherfolg sicher sein.

Gold oder Euro

Es ist ihm an diesem Abend mühelos gelungen, seine Fangemeinde an seinem Fitness- und Sportprogramm teilnehmen zu lassen, das mit hinterhältigen Anspielungen auf die unbedingt geforderte Sportlichkeit unserer Gesellschaft zielt. Das fängt an mit dem täglich zu absolvierenden Fitnessprogramm, den folterähnlichen Quälereien an Maschinen, nur um das Körpergewicht reduzieren zu können.Erst unter der abschliessenden Dusche ist es dann erlaubt, von wirklichen sportlichen Erfolgen zu träumen, etwa als Fackelläufer das olympische Feuer zu entzünden und sich später im Wettkampf Gold zu holen, «oder Euro», wie der angehende Sportler Olli dazwischenruft. Nun gibt es kein Halten mehr, Olli hat tapfer trainiert und sich auf Vordermann gebracht. Er macht als Velorennfahrer eine Berg- und Talfahrt, nimmt auch einen Sturz in Kauf und steht zum Schluss doch auf dem Siegerpodest, wobei er sich ständig im roten Trikot verheddert. Dann verwandelt er sich in einen Läufer, der ob der nicht endenwollenden Landeshymne in Tränen ausbricht. Fast übergangslos steht er danach als Goali im Tor. Weil das Spiel so einseitig verläuft, ruft er schnell per Natel seine Mami an – und prompt landet der Ball bei ihm im Tor.

Im Ring mit Kaputnik

So steigert sich Olli Hauenstein von Sportart zu Sportart in seinen clownesken Einfällen auf den alles entscheidenden Boxkampf hin. Er, der schmächtige Juniorenmeister aus Amriswil muss gegen den schwergewichtigen Russen Iwanow Kaputnik antreten. Das kann ja nicht gutgehen. Vor allem, da er sich einen Trainer aus dem Publikum geholt hat, der ihn viel zu wenig antreibt.Aber das Gute muss siegen, selbst im Sport. Der Applaus ist Olli in jedem Fall sicher, zumindest als durchtrainiertem Clown. Aber auch für seine Verwandlungskunst und den Einsatz seiner einfachen Requisiten, die unter seinen Händen ein erstaunliches Eigenleben bekommen: der Drahtkleiderbügel wird zur Lenkstange des Rennvelos, der Duschkopf zum Mikrofon, seine Jockey-Jacke zum Schachbrett und der umgekehrte Barhocker zum Golfwägelchen. Geschickt verbindet er die Sportnummern durch die ständig wiederkehrende Unterbrecher-Werbung, die zugleich die Verbandelung von Sport und Geschäft aufs Korn nimmt.

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