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LANGEWEILE IN DER BILDERWELT Ein Artikel von tREXX Nicht jeder kann mit dem Begriff "Stockimages" etwas anfangen aber jeder von uns hat Stockimages schon gesehen. Sei es auf Plakatwänden, Broschüren, Internetseiten - Stock images sind aus der heutigen Werbewelt nicht mehr wegzudenken. Doch was bedeutet der englische Begriff eigentlich? Stockimages bezeichnet Fotografien und Illustrationen, die von einem Anbieter über das Internet vertrieben werden. Die grossen Anbieter haben mehrere Millionen Bilder am Lager (engl. Stock). Über eine Suchmaschine werden Bilder zu einem bestimmten Thema gefunden. Eine Suche nach "happy businessman lunch" auf der Webseite eines der grössten Anbieter zeigt als Resultat 85 verschiedene fröhliche Menschen im Anzug beim Mittagessen. Wer verwendet Stockimages? Kunden von Anbietern wie Corbis oder Getty sind oft Werbeagenturen oder Grossfirmen. Für diese ist es bequemer und günstiger aus einem grossen Bilderbestand das passende Bild für eine Broschüre auszuwählen, als einen Fotografen zu beauftragen. Die Marketingverantwortlichen von Orange suchen z.B. für ihre monatlichen Werbebroschüren gerne nach Motiven wie "happy young people". Finden sie ein passendes Bild, können sie es über die Webseite buchen. Sie erhalten eine Lizenz, um das ausgewählte Bild für eine bestimmte Dauer zu einem bestimmten Zweck in einem bestimmten Format zu verwenden. Normalerweise garantiert diese Lizenz nicht die exklusive Verwendung eines Bildes. Das bedeutet, dass auch ein anderer Kunde das selbe Bild in einer Publikation verwenden darf. Der Anbieter kalkuliert für die gewählte Lizenz einen Preis, der dem Kunden schlussendlich verrechnet wird. Imagestocks sind wie es scheint eine praktische und effiziente Einrichtung und die Verwendung von Stockimages ist darum weit verbreitet. Ein vergleichender Blick auf die Werbebroschüren von Swisscom, Orange, Sunrise, Cablecom, Postfinance, Credit-Suisse, etc. macht klar: die Illustrationen sprechen alle eine ähnliche Sprache. Genau hier liegt das Problem: Bilder aus Imagestocks erfüllen jedes Klischee, das man sich vorstellen kann. Alle Bilder sind technisch perfekt: perfekt ausgeleuchtet, perfektes Makeup der Models, kräftige Farben, interessante Unschärfeeffekte. Doch zeigen sie die immer selben Motive: Fröhliche, smarte, schöne, anzugtragende junge Menschen mit perfektem Lächeln. Die Szenen sind immer die gleichen. Eine Aufstellung der beliebtesten Sujets:
Bei soviel einfallslosem Einheitsbrei würde man sich wünschen die Marketingabteilungen hätten den Mut zu frischen, ehrlichen und eigenständigen Bildwelten. Mein Tipp an die Verantwortlichen: Kauft eine Digitalkamera und schickt euren Lehrling damit durchs Büro, ins nächste Meeting oder auf die Strasse. Das Ergebnis sind unverbrauchte, einzigartige Motive die so oder ähnlich bestimmt nicht bei der Konkurrenz zu sehen sind. Sollte dieser Vorschlag Schule machen, dürfte es dank Umsatzeinbussen bei Corbis & Co. demnächst ein paar traurige anzugtragende Gesichter geben.
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