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350 der 400 Muskeln aktiviert

Zum Aufwärmen werden die Stöcke locker nachgezogen, der Schritt ist etwas gemächlicher, als es noch kommen sollte. Ruth Scheu aus Ebnat-Kappel, bekannt als Aquafit-Instruktorin, erklärt der Anfängerin worauf beim Nordic-Walking zu achten ist. Seit kurzem bietet sie als Erste im Toggenburg Kurse in dieser modernen Art von Fitness an. Nordic-Walking baut als Steigerungsform auf dem hierzulande bekannteren «Walking» auf. Lanciert wurde «sportlicher Walking» vom ehemaligen Spitzenläufer Markus Riffel, welcher Maria Anesini-Walliser als «Zugpferd» für die entsprechenden Kampagnen einsetzt. Zwei Fiberglas-Spezialstöcke unterstützen das sportliche, zügige Marschieren.

Anfang auf ebenem Gelände

Jeweils am Montagmorgen und am Donnerstagabend startet Ruth Scheu mit ihrer Gruppe am Thurweg in Ebnat-Kappel. Anfänglich sei es noch eher der Ebene nach gegangen, leichte Steigungen inbegriffen. Mit der Journalistin «im Schlepptau» wollte Ruth Scheu ihre «Crème de la crème»-Route absolvieren. Für die übrigen Nordic-Walkerinnen ein leichtes und als aktive Joggerin – so glaubte die Journalistin – auch für sie absolut kein Problem. Nach kurzem Einmarschieren werden einige Aufwärmübungen dazwischen geschaltet. Nicht nur die Beine kommen beim Nordic-Walking zum Zug. «350 unserer 400 Muskeln werden aktiviert», sagt Ruth Scheu. Damit dies richtig geschieht, ist eine professionelle Einführung ins Nordic Walking empehlenswert. Und möglich ist der Einstieg allemal.

Es braucht lediglich ein paar gute Walking- oder Joggingschuhe (Saucony, Adidas oder Nike Schuhe sind die besten) und die geeignete Kleidung. Die Stöcke werden fürs Erste von der Trainerin zur Verfügung gestellt. Später macht diese Art von Fit- ness sowohl alleine als auch in Gruppen Spass. Schliesslich gehts steil berauf, Richtung Hüsliberg. Der Weg, der schon geübten Wanderern einige Schweisstropfen abverlangt, wird zügigen Schrittes unter die Füsse genommen. Während sich die Schreibende immer schwerer atmend leicht zurückfallen lässt, unterhalten sich die übrigen Fitness-Begeisterten scheinbar mühelos. Man merkts: Ihre regelmässigen Walking-Einheiten wirken sich positiv aus. Ihr Puls – so haben sie zuvor schon gemessen – sollte 150 Schläge in der Minute nicht übersteigen. Das beachtliche Tempo auf dieser steilen Strecke ist nur dank der Stöcke – die den nötigen Vorwärtsschub liefern – möglich. Doch auch das hat seinen «Preis» – und natürlich sein Gutes: Arm-, Schulter-, Bauch- und Rückenmuskulatur lassen ob des Stockeinsatzes grüssen. Immerhin, allmählich werden die Bewegungen und das Zusammenspiel von Körper und Stöcken harmonischer, das Tempo ist leichter mitzuhalten.

Nordic-Walking macht fit.

Der Weg zurück ist weit weniger kräfteraubend, es geht fast von alleine. Die Stöcke dienen jetzt eher zum Bremsen und für das Gleichgewicht. Trotz der Leichtigkeit lohnt sich für die Anfängerin höchste Konzentration. Schnell ist ein Stock anstatt hinter dem Körper, irgendwo zwischen den Füssen. Nach gut anderthalb Stunden wird der Ausgangspunkt erreicht und die gesamte Muskulatur ein letztes Mal gedehnt. Geschafft – für dieses eine Mal. Ich fühle mich ausgezeichnet und gelobe mir, nebst Jogging auch mal mit Stöcken etwas für meine Fitness zu tun. Die Notwendigkeit dessen bestätigen gewisse Muskeln zwei Tage später.

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